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Artikel getagged mit ‘Israel’

Tag 10 – Recherchereisen

30. Mai 2010, Comments (0)

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, verstreut in der ganzen Region.

Von Haifa bis Jaffa, von Jenin bis Hebron – am Research-Tag reisten wir individuell zu Orten und Menschen, über die wir mehr herausfinden wollten. Hier ein paar Eindrücke:

Maria Ketzmerick besuchte mit einer Aktivistin von Machsom Watch Checkpoints der israelischen Armee:


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Tag 8-Totes Meer

25. Mai 2010, Comments (0)

Heute: von Tobias Ide

Wo (noch) Milch und Honig fließt?

Obwohl dieser Satz wohl in so ziemlich jedem Reiseführer zu Israel/Palästina zu finden ist, trifft folgende Floskel zu gut auf den heutigen Tag zu, um sie nicht zu erwähnen: Israel/Palästina ist ein Land der Gegensätze.

Nach vier Tagen starker Eindrücke von der israelischen Besatzungspolitik durch ein enges Programm in Ramallah und Ostjerusalem konnten wir heute einige entspannende Momente genießen. Mit dem Bus ging es vom Ölberg aus durch eine faszinierende Wüstenlandschaft, vorbei an der religionsgeschichtlich bedeutenden Fundstätte Qumran zum Nationalpark El Gedi. Dieser ist im wahrsten Sinne des Wortes eine grüne Oase. Umgeben von sengender Wüstenhitze kann man eine eindrucksvolle Bergformation entlang eines Wasserfalls erklimmen und findet immer wieder kühlende Badestellen und schattenspendende Palmen. Trotzdem wurden wir immer wieder an die Präsenz des Konflikts erinnert: durch stacheldrahtbesetzte Zäune auf den Berggipfeln; durch eine Broschüre des Nationalparks, die Israel in seinen international nicht anerkannten Grenzen zeichnet und die Präsenz jeglicher palästinensischer Ortschaften ignoriert; und zuletzt durch zwei Vorträge, die uns die Wasserknappheit im Nahen Osten und deren möglicherweise konfliktverschärfende Wirkung vor Augen führten. Nicht nur ist Wasser in der Region knapp und wird als Folge des Klimawandels und der Übernutzung der Grundwasserspeicher in Zukunft noch weniger verfügbar sein. Auch die ungleiche Verteilung – einem Israeli steht im Durchschnitt vier Mal so viel Wasser zur Verfügung wie einem Palästinenser – machte uns nachdenklich.

Das einmalige Erlebnis des Badens im Toten Meer und der anschließende Kampf um einen Dusche zwecks Erfrischung und Entsalzung sorgte wieder für Entspannung, oder zumindest Ablenkung.

Gesunkener Wasserspiegel des Toten Meeres infolge von Übernutzung

Danach machten wir uns auf den Weg zu einem Kibbuz in der Nähe von Sderot, in eine Gegend also, die immer wieder durch von Extremisten aus dem Gaza-Streifen abgefeuerte Raketen gebeutelt wird. Doch erneut ließ uns die Frage nach der israelisch-palästinensischen Umwelt nicht los. Zahlreiche landwirtschaftliche Oasen, durch künstliche Bewässerung in Mitten der Wüste am Leben erhalten, säumten unseren Weg. Können wir mit dieser wasserintensiven Politik auf Kosten der Palästinenser und zukünftiger Bewohner der Region einverstanden sein, gerade, weil die Landwirtschaft nur zwei Prozent zum israelischen Bruttoinlandsprodukt beiträgt? Und falls nicht: Wie könnte man die Situation verändern? Wäre ein hoch umstrittener Boykott israelischer Agrarprodukte die Lösung? Oder gäbe es andere Wege?

Tag 6 – Ramallah

23. Mai 2010, Comments (0)

Heute: von Yulia Lokshina

Die Zungenspitze macht drei Sprünge den Gaumen hinab und tippt bei Drei gegen die Zähne. Ra-mal-lah.

Grelles Licht und schwindelig summendes Straßenleben. Vorbei an Datteln und Aprikosen, Gewürzen und wehenden Stoffen. Der große Markt ist reiner Wirbel, der einen immer weiter in die Tiefe saugt. Zwischen den Reihen schleichen Jungs und bieten einem an in großen Supermarktwägen die Einkäufe hinterher zu fahren. Jede Ecke scheint einen zu sich zu rufen. Mit der untergehenden Sonne legt sich der erlösende frische Wind über die Straßen, und fegt die letzten Frauen davon. Die Autos hupen noch immer und noch immer glüht die Haut von der Hitze des Tages. „What’s your name? Where‘re you from? Welcome to Ramallah…“ Nach einer Woche im nahen und doch so fernen Osten, scheint vieles so bekannt. Im Restaurant hängen alte Familienbilder – unbekannte Ur-Ur-Großeltern. Sind es meine, oder doch die von dem Jungen auf der anderen Straßenseite? Die Gesichter verraten nichts. Sie könnten überall auf der Welt Zuhause sein. Ramallah. Und das „r“ vibriert in der Kehle. Erschreckend, wie schnell man sich an alles gewöhnt. An die immerwährende Präsenz des Militärs, die Gewehre, vor den man anfänglich noch mit schauderigem Unbehagen zusammenzuckte. An die Geschichten des Leids, an Leben voller Angst, Wut und Unsicherheit. Erschreckend, wie wenig man sich selbst doch kennt. Das Leben geht weiter.

Tag 4 – Ein Tag der Extreme

20. Mai 2010, Comments (4)

Heute: von Mirko

Für mich, und sicherlich auch für die anderen, war dieser Tag ein Tag der Extreme.
Hebron in der Westbank stand auf dem Programm, was zum einen den Besuch einer sehenswerten, sehr alten Stadt mit langer Geschichte versprach. Ebenso erlebte ich hier den Nahostkonflikt im Kleinen- zum Anfassen.

Ausgangssperren und Repressalien machen die Altstadt menschenleer

Ein paar Eindrücke:

Auf der einen Seite eine menschenverlassene Stadt in einem Sektor, den PalästinenserInnen fast nicht betreten dürfen und der von ultraorthodoxen SiedlerInnen bewohnt wird. Auf der anderen Seite der Checkpoints eine Stadt, die pulsieren will und versucht, einen Alltag zu finden.

Einerseits wird unsere Gruppe von 20 Leuten zu unserer Sicherheit durch 30 Soldaten und Polizisten und mehrere Fahrzeuge eskortiert, zum anderen erfahren wir verbale Angriffe und erleben auf der Fahrt nach Ramallah, was Haarnadelkurven in Wirklichkeit sind und wie man sie am besten möglichst schnell hinter sich lässt.
Links im Grab der Patriarchen betreten wir die Moschee, rechts die Synagoge.
Hinter den Mauern der verlassenen Straßen werden uns in gemütlicher Runde und faszinierender Gastfreundschaft Falafel, Tee und Kuchen angeboten.
Immer wieder neue Welten tun sich hinter weiteren Checkpoints auf, polizeilichen Anweisungen folgen neue Anweisungen.

Hebron ist in zwei Sektoren geteilt, im Sektor der Altstadt wohnen Siedler und Palästinenser in unmittelbrer Nähe. Das Stadtbild prägen Netze und Schutzzäune, um die Bewohner und Bewohnerinnen  zu schützen.

Auf einer Straße joggen Siedler mit Maschinengewehr, Palaestinenser passieren den Checkpoint.

Netze und Gitter praegen das Stadtbild

Ein Tag vieler Extreme…

Geaendert am: 22.05.2010, 23.11Uhr

Venedig? Tel Aviv!

15. Mai 2010, Comments (0)

Geigenspieler, sanfte Klänge – bei 30 Grad. Tel Aviv. Offizieller Start unserer Reise. Und ein unerwartetes Zwischenspiel. Wer will, kann sich auf diesem Video auch einige unserer TeilnehmerInnen anschauen!

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Ta6Hr7L9ikc[/youtube]

Bald geht es los: Israel und Palästina

4. Mai 2010, Comments (5)

Unterwegs mit der Heinrich Böll Stiftung. An dieser Stelle bloggen in Zukunft die TeilnehmerInnen von Reisen der HBS. Wir machen den Anfang:  17 StipendiatInnen des Studienwerks der HBS. Unser Ziel: Israel und Palästina. An dieser Stelle gibt es ab dem 15. Mai Texte, Videos, Bilder und mehr. Immer tagesaktuell. Immer von jemand anderem. Immer spannend. Wir freuen uns auf Euren Besuch und Eure Kommentare.

Über diesen Blog

Das "Unterwegs"-Blog der Heinrich-Böll-Stiftung bietet eine Plattform für Berichte und Artikel von unterschiedlichsten Reisen im Rahmen der Stiftung. Ob die Reisen von Stipdentiat_innen, der Freundinnen und Freunde oder eines Referates - wer für die Stiftung unterwegs ist und seine Eindrücke bloggen möchte, kann dies hier tun.

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